Seiteneinsteiger sorgt auf Märkten für Kinderlachen
Von Annett Heyse
Ein Herz im Advent

Fred Laubner zieht mit einem historischen Kettenkarussell über die Weihnachtsmärkte der Region.
Foto: MKL-News
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Es blinkt nicht, es dröhnt nicht, es wummern keine Bässe aus Boxen. Es dreht sich einfach nur, knarrt und knackt dabei etwas und macht trotzdem Spaß: Ein Kettenkarussell, das mit Muskelkraft bewegt wird. Stolzer Besitzer des unscheinbaren Vergüngungsgerätes ist der Hähnichener Fred Laubner.
„Schön, was?“, fragt der 41-Jährige und setzt ein Grinsen auf, während er zusieht, wie die Knirpse auf dem Rabenauer Weihnachtsmarkt ausgerechnet sein altes, etwas verblichenes Karussell für sich entdeckt haben und die Eltern nach einer weiteren Fahrt anbetteln.
Fred Laubner hatte bisher mit dem Schaustellergewerbe gar nichts zu tun. „Ich bin als Kind nicht mal auf den Rummel gegangen, habe höchstens in der Gartensparte ab und zu in der Schiffsschaukel gestanden“, erinnert er sich. Doch seit diesem Sommer ist er Karussellbesitzer. Da entdeckte der Mann, der eigentlich eine Pension betreibt, das alte Holzgerät aus den dreißiger Jahren, als er auf einem Polterabend in einer Gartensparte in Gera war. „Es stand auseinandergebaut in einer Gerümpelecke. Zum Glück war es vor Wind und Wetter geschützt.“
Laubner, der ein Faible für alte Sachen und Trödel hat, verhandelte mit den Kleingärtnern. Die wollten das seit den 1970er Jahren nicht mehr in Betrieb gewesene Karussell aber nicht so einfach herausrücken. Andererseits hatten die Laubenpieper einen großen Wunsch: einen Rasentraktor. „Also kaufte ich ihnen den Traktor und holte mir das Karussell ab“, erzählt Fred Laubner.
Die Einzelteile breitete er zunächst auf seinem Hof aus und setzte mit Hilfe von Freunden das Gefährt zusammen. Eine Puzzlearbeit sei das gewesen, aber glücklicherweise fehlte nicht ein Teil. Ein bisschen Fett kam noch dran und dann konnte der erste Fahrgast einsteigen: Laubners zweijährige Tochter.
So er Zeit hat, ist der Seiteneinsteiger jetzt auf Wochenendmärkten und Festen präsent. Unterstützt wird Fred Laubner dabei von Freunden. Denn alleine das Fahrgeld eintreiben und dann auf die Bühne in der Kuppel klettern und schieben – das sei Stress pur. „Das habe ich einmal fünf Stunden lang gemacht und hatte am nächsten Tag einen fürchterlichen Muskelkater“, erinnert sich Laubner.
Sind die Weihnachtsfestivitäten vorbei, kommt das Karussell, zunächst in eine Garage. Für die kommende Saison hat sich Laubner vorgenommen, dem Gerät mit seinen zwölf Sitzen einen neuen Farbanstrich zu verpassen. Und auch die beigefarbene Dachplane, die er hat anfertigen lassen, soll noch etwas bunter gestaltet werden.
So puristisch das Kettenkarussell, so neugierig reagieren die Leute. Ob beim Lichterfest in Wilsdruff oder auf dem Weihnachtsmarkt in Rabenau: Laubner und sein Karussell sind eine kleine Attraktion. Vor allem Ältere würden ihn ansprechen. Laubner: „Es war eine Schnapsidee, eine teure dazu. Aber wenn ich sehe, wie sich die Kinder auf dem Karussell freuen, dann hat sich das für mich gelohnt.“
Freitag, 14. Dezember 2007
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